Utopie ohne Entschuldigung
Es gibt einen Satz, der wie ein Fluch über der europäischen Linken der letzten dreißig Jahre liegt. Fredric Jameson hat ihn nicht selbst geprägt, aber er hat ihn popularisiert: Es sei heute leichter, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus. Der Satz wurde so oft zitiert, dass er seinen Schrecken verloren hat. Er wurde zur Diagnose, dann zur Bescheidenheitsgeste, schließlich zur Entschuldigung. Wer nicht mehr weiß, wo es hingehen soll, verwaltet den Ist-Zustand – und nennt es Pragmatismus.
Weiterlesen →Das stille Netz
Es gibt eine Frage, die die europäische Demokratiedebatte seit Jahren begleitet und die doch selten laut gestellt wird: Was passiert mit einer Überwachungsinfrastruktur, wenn das Regime wechselt, das sie gebaut hat?
Weiterlesen →Kontrolle und Ohnmacht
Burnout, Depression, Angststörungen - Immer mehr Menschen werden wegen psychischer Leiden berufsunfähig. Selbst unsere Kinder stehen immer stärker unter Druck, entwickeln - oft unbemerkt - Depressionen. Es ist mittlerweile unumstritten, dass Depressionen die Lebenserwartung der Menschen verkürzen. Die größte Angst der Deutschen ist jene, keine Kontrolle über das eigene Leben mehr zu haben". Sichtbar wird dies an immer weiter um sich greifenden Ängsten vor dem sozialen Abstieg durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder auch vor Armut und Krankheit im Alter. Pflegebedürftigkeit bedeutet ebenfalls Kontrollverlust. Die häufig geschilderten Zustände in der Pflege sind keinesfalls geeignet, hier Ängste zu nehmen.
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