Gesellschaft

9. Oktober 2023

Scham, Scham-Abwehr und der Nahostkonflikt

Scham ist ein tiefgründiges und vielschichtiges Gefühl, das in vielen Kulturen auf der ganzen Welt vorkommt. Es kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, darunter soziale Normen, persönliche Erwartungen und moralische Überzeugungen. Scham entsteht oft aus der Angst heraus, nicht den Erwartungen anderer Menschen oder der Gesellschaft als Ganzes gerecht zu werden, und kann zu einem Gefühl der Isolation und Selbstentfremdung führen.

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12. September 2023

Zur Aktualität der Massenpsychologie des Faschismus

In einer Zeit, in der sich die Welt wieder verstärkt autoritären Strömungen zuwendet, scheinen die Arbeiten von Wilhelm Reich, dem österreichischen Psychoanalytiker und Sozialtheoretiker, an Relevanz zu gewinnen. Eines seiner einflussreichsten Werke, die "Die Massenpsychologie des Faschismus", stellt einen tiefgreifenden Versuch dar, die psychosozialen Mechanismen zu entschlüsseln, die zur Entstehung und Verbreitung autoritärer und faschistischer Ideologien beitragen. Es bietet einen multidimensionalen Ansatz, der sowohl individuelle psychische Bedürfnisse als auch soziokulturelle Faktoren berücksichtigt. Durch dieses tiefere Verständnis können effektivere Strategien zur Bekämpfung der Anziehungskraft autoritärer Ideologien entwickelt werden.

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1. August 2023

Der Aufstieg der Rechten

In einer Zeit, in der Angst und Unsicherheit vor dem sozialen Abstieg sowie vor multiplen Krisen wie dem Klimawandel und Covid-19 tief in den Mittelstand eindringen, verzeichnet Europa, und insbesondere Deutschland, einen beunruhigenden Anstieg rechtspopulistischer und rechtsextremer Gruppen. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Was kann die Politik tun, um diesen Aufstieg zu stoppen?

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26. Juli 2023

Die Zugehörigkeit des Einzelnen in Zeiten der Zersplitterung

Kristina Tripkovic

Einsamkeit hat sich zu einem weit verbreiteten und beunruhigenden Phänomen in modernen Gesellschaften entwickelt. In einer Ära der ständigen digitalen Vernetzung und zunehmender Individualisierung sehen sich viele Menschen mit einer paradoxen Realität konfrontiert: obwohl sie online unzählige soziale Kontakte haben, fühlen sie sich dennoch einsam und isoliert. Dieses soziale Dilemma hat nicht nur ernsthafte psychologische Auswirkungen, sondern auch politische Konsequenzen.

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13. Juni 2021

Das Ende der Spaltung

Der Kultursoziologe Elias (1987) entwickelte einst die Theorie der „Gesellschaft der Individuen“. Demnach müsse eine Gesellschaft eine Balance schaffen zwischen der eigenen Identität bzw. Autonomie des Individuums und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Elias konstatierte eine zunehmende Verschiebung hin zu Individualisierung und zuungunsten von Zugehörigkeit. Der Kapitalismus und seine Kommerzialisierung aller Lebensbereiche befördert diese Entwicklung.

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13. Mai 2020

Verwirrt nicht die Verwirrten!

In seinem Buch "Die Globalisierungsfalle" sagte Harald Schumann 1996 voraus, dass künftig in reichen Ländern kein nennenswerter Mittelstand mehr existieren würde, die Gesellschaft aber in 20 Prozent Privilegierte und 80 Prozent Prekariat gespalten sei. Die 80 Prozent der Unterprivilegierten müssten laut Zbigniew Brzeziński durch so genanntes "Tittytainment" bei Laune gehalten werden, einer modernen Form von Brot und Spiele, wobei Gewalt durch Sexualisierung ersetzt würde. Ein Blick auf alle möglichen Formate des Privatfernsehens, von Dschungelcamp bis hin zu Nackt-Shows, scheinen diesen Trend zu bestätigen.

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10. Juni 2019

Das „wahre“ SPD-Problem

Foto: Olaf Kosinsky / kosinsky.eu

Während die SPD auf der Suche nach ihrer Neuausrichtung ist, rauscht es kräftig im Blätterwald. Die Initiative "Wahre SPD" möchte sich dem vermeintlichen Linksruck der Partei "entgegenstemmen". Hintergrund sollen die vagen Andeutungen des Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert in einem Interview mit der ZEIT sein. Darin hatte Kühnert sprechend über alternative Mitarbeiterbeteiligungen in großen Konzernen nachgedacht. Außerdem befand er, dass Wohneigentum nicht aus Profitinteresse, sondern aus Eigenbedarf heraus bestehen sollte. Die Debatte kochte hoch, auch deshalb, weil die Interviewer der ZEIT das Wort Sozialismus in die Frage eingebettet hatten.

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24. April 2019

Verbrannte Erde

Wieder ein Waldbrand. Ungewöhnlich früh stehen in etlichen Ländern Europas Wälder in Flammen. Allein in Schweden wurden in den letzten vier Wochen bereits 15 Waldbrände gezählt. Auch in der Bundesrepublik wurde vielerorts höchste Waldbrandgefahr ausgerufen. In Thüringen wütete bereits ein Großfeuer im Gehölz. Die ausbleibenden Niederschläge führen zu ungewöhnlicher Trockenheit, gehemmten Pflanzenwachstum und dadurch erneut zu drohenden Ernteausfällen im Sommer. Wieviele Zeichen braucht die Politik eigentlich noch, bis nachhaltig radikale Regelungen geschaffen werden, die das Überleben der Menschheit und der den Planeten bewohnenden anderen Arten sichern?

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22. April 2019

Die unsozialen Netzwerke

Wir bewegen uns täglich in ihnen. Doch was bewegen die angeblich sozialen Netzwerke eigentlich in uns? Sind Plattformen wie Facebook oder Twitter geeignet, kritische Massen zu sozialen Protestbewegungen zu formieren?

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28. Juli 2018

Gegen die Angst im Sozialstaat

In diesen Tagen ist in den Medien wieder vermehrt von einer linken Sammlungsbewegung zu lesen. Teile der politischen Linken scheuen sich vor einer Zusammenarbeit mit den Initiator*innen, da sie einige Aussagen von Sahra Wagenknecht zur Asylpolitik nicht mittragen wollen. Das eigentliche Problem liegt jedoch weiterhin woanders. In Deutschland und Europa geben fremdenfeindliche Tendenzen und sowie der Aufstieg rechter Parteien Anlass zur Sorge. Die Autoren der FES-Studie Angst im Sozialstaat werten dies als Hinweis auf eine soziale Krise. Eine der Hauptursachen für diese soziale Krise sehen die Autoren im neoliberalen Umbau des Sozialstaates, wie er zu Beginn des Jahrtausends in vielen europäischen Staaten vollzogen wurde. In Deutschland diente dazu die Politik der Agenda 2010, durchgesetzt vom rot-grünen Projekt unter Gerhard Schröder (SPD) und Joschka Fischer (Grüne). Diese Politik provoziere "Angstzustände, welche Anpassungsbereitschaften erzeugen, aber zugleich die soziale Integration strapazieren".

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