Was wirklich fehlt
Die westlichen Zivilisationen gelangen an die Grenzen ihrer Menschlichkeit. Der offensichtliche Kampf der Reichen gegen die ärmeren Teile der Bevölkerungen ist jedoch selbst nicht die Ursache, sondern die Folge eines tiefer liegenden Problems. Je weiter die Menschheit ihr Schicksal Maschinen überlässt und sich damit zugleich von der äußeren und inneren, eigenen Natur entfremdet, desto weniger gegenseitiges Vertrauen als Basis jeder Mitmenschlichkeit scheint möglich. Dieses Problem findet im öffentlichen Diskurs jedoch viel zu wenig Widerhall.
Weiterlesen →Gedankensplitter über Parteien
Eine Partei, die sich der Freiheit verschreibt, sollte zuerst dafür sorgen, dass alle frei sind von existenzieller Not und alle so frei sind in der Gestaltung ihres eigenen Lebens, weil über ausreichend Mittel verfügen. Freiheit, die beschränkt ist auf Wenige, ist keine.
Weiterlesen →Das Ende der Spaltung
Der Kultursoziologe Elias (1987) entwickelte einst die Theorie der „Gesellschaft der Individuen“. Demnach müsse eine Gesellschaft eine Balance schaffen zwischen der eigenen Identität bzw. Autonomie des Individuums und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Elias konstatierte eine zunehmende Verschiebung hin zu Individualisierung und zuungunsten von Zugehörigkeit. Der Kapitalismus und seine Kommerzialisierung aller Lebensbereiche befördert diese Entwicklung.
Weiterlesen →Unter dem Radarschirm
Autoritäre Staaten bauen im Zuge der Coronakrise die Überwachung aus. Die Demokratien des Westens ziehen nach.
Weiterlesen →Verwirrt nicht die Verwirrten!
In seinem Buch "Die Globalisierungsfalle" sagte Harald Schumann 1996 voraus, dass künftig in reichen Ländern kein nennenswerter Mittelstand mehr existieren würde, die Gesellschaft aber in 20 Prozent Privilegierte und 80 Prozent Prekariat gespalten sei. Die 80 Prozent der Unterprivilegierten müssten laut Zbigniew Brzeziński durch so genanntes "Tittytainment" bei Laune gehalten werden, einer modernen Form von Brot und Spiele, wobei Gewalt durch Sexualisierung ersetzt würde. Ein Blick auf alle möglichen Formate des Privatfernsehens, von Dschungelcamp bis hin zu Nackt-Shows, scheinen diesen Trend zu bestätigen.
Weiterlesen →Tja: Ausgetraumschönt
Dass SPD-Mitglied Johannes Kahrs mit einem Knall von seinem Bundestagsmandat zurücktritt, ist natürlich seine persönliche Entscheidung. Wenn er das mit seiner Nichtwahl zum nächsten Posten erklärt, auch. Seine Wähler in Hamburg aber haben ihn gewählt, damit er sie für vier Jahre vertritt.
Weiterlesen →Der Asozialen Zähmung
Vor zu hohen Ausgaben für den Sozialstaat warnt ausgerechnet dieser Tage der Millionär und seit 1972 überwiegend von Steuergeldern finanzierte Wolfgang Schäuble. Die Rentenpolitik bezeichnete er als auf Dauer nicht bezahlbar. Die Botschaft des Bundestagspräsidenten: „Wir haben ausgesorgt, für euch reicht es nicht mehr.“
Weiterlesen →Kontrolle und Ohnmacht
Burnout, Depression, Angststörungen - Immer mehr Menschen werden wegen psychischer Leiden berufsunfähig. Selbst unsere Kinder stehen immer stärker unter Druck, entwickeln - oft unbemerkt - Depressionen. Es ist mittlerweile unumstritten, dass Depressionen die Lebenserwartung der Menschen verkürzen. Die größte Angst der Deutschen ist jene, keine Kontrolle über das eigene Leben mehr zu haben". Sichtbar wird dies an immer weiter um sich greifenden Ängsten vor dem sozialen Abstieg durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder auch vor Armut und Krankheit im Alter. Pflegebedürftigkeit bedeutet ebenfalls Kontrollverlust. Die häufig geschilderten Zustände in der Pflege sind keinesfalls geeignet, hier Ängste zu nehmen.
Weiterlesen →Dem Morgenrot entgegen
In weiten Teilen der Medienlandschaft herrscht eine große Sehnsucht nach verkaufsträchtigen Geschichten. Meist handelt es sich um Heldenerzählungen über Einzelpersonen, um - so ein oft genanntes Argument - die Leser nicht zu überfordern. Jüngstes Beispiel ist das Epos des Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert. Der sei ein Königsmacher, die frisch gewählten Parteivorsitzenden Esken und Walter Borjans lediglich Handelnde von Kevins Gnaden. Dieses Vorgehen folgt der Verwertungslogik des Kapitalismus und bedient zugleich Heilserwartungen eines eher passiven Publikums.
Weiterlesen →Das eigentliche Problem der SPD
Sie hat sich wundgelegen. Das Gewebe zerstört, die Knochen liegen frei. Einzige Therapie: Druckentlastung. Doch wenn der Kopf nicht mitmacht, bleibt jede entlastende Bewegung aus. Seit 2003 liegt sie nun so da. Es müsste ein Ruck durch die SPD gehen, ein Ruck nach links.
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