Land der Vergessenen
Das Land im Osten: niedrigere Einkommen, geringere Lebenserwartung, wenig Perspektive. Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung herrscht tiefe Ungleichheit zwischen den ehemals neuen Bundesländern und Westdeutschland. Während in Medien und Politik über Köpfe diskutiert wird, bleibt der Osten auf der Strecke. Trotz beunruhigend hoher Ergebnisse der AfD bei den Europawahlen und anscheinend sehr hohen Zustimmungswerten für die rechtsextreme Partei in Umfragen finden die fünf Bundesländer im Osten kaum statt.
Weiterlesen →Das „wahre“ SPD-Problem
Während die SPD auf der Suche nach ihrer Neuausrichtung ist, rauscht es kräftig im Blätterwald. Die Initiative "Wahre SPD" möchte sich dem vermeintlichen Linksruck der Partei "entgegenstemmen". Hintergrund sollen die vagen Andeutungen des Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert in einem Interview mit der ZEIT sein. Darin hatte Kühnert sprechend über alternative Mitarbeiterbeteiligungen in großen Konzernen nachgedacht. Außerdem befand er, dass Wohneigentum nicht aus Profitinteresse, sondern aus Eigenbedarf heraus bestehen sollte. Die Debatte kochte hoch, auch deshalb, weil die Interviewer der ZEIT das Wort Sozialismus in die Frage eingebettet hatten.
Weiterlesen →Vorschlag zur Wahl des SPD-Vorsitzes
Ein Jahr 10 Euro, dafür sofortige Mitbestimmung. Das mobilisiert Leute, die sich mehr Beteiligung wünschen und senkt die Hürden für einen Parteieintritt.
Weiterlesen →Das S-Wort
Kevin Kühnert, der Juso-Vorsitzende, hat es getan. Und das am 1. Mai. Er hat das S-Wort benutzt, von Kollektivierung gesprochen, überhaupt von Grenzen des Eigentums. In einem Interview für die ZEIT meinte er, es sei vorstellbar, dass große Konzerne deren Belegschaft gehören könnten. Weiter stellte Kühnert die Notwendigkeit von Wohnungseigentum in Frage, welches nicht dem Eigenbedarf diene. Die Reaktion aus den Erregungszentren von Medien und Politik folgte stehenden Fußes.
Weiterlesen →Verbrannte Erde
Wieder ein Waldbrand. Ungewöhnlich früh stehen in etlichen Ländern Europas Wälder in Flammen. Allein in Schweden wurden in den letzten vier Wochen bereits 15 Waldbrände gezählt. Auch in der Bundesrepublik wurde vielerorts höchste Waldbrandgefahr ausgerufen. In Thüringen wütete bereits ein Großfeuer im Gehölz. Die ausbleibenden Niederschläge führen zu ungewöhnlicher Trockenheit, gehemmten Pflanzenwachstum und dadurch erneut zu drohenden Ernteausfällen im Sommer. Wieviele Zeichen braucht die Politik eigentlich noch, bis nachhaltig radikale Regelungen geschaffen werden, die das Überleben der Menschheit und der den Planeten bewohnenden anderen Arten sichern?
Weiterlesen →Die unsozialen Netzwerke
Wir bewegen uns täglich in ihnen. Doch was bewegen die angeblich sozialen Netzwerke eigentlich in uns? Sind Plattformen wie Facebook oder Twitter geeignet, kritische Massen zu sozialen Protestbewegungen zu formieren?
Weiterlesen →An der Basis vorbei
Die Parteivorsitzenden der Großen Koalition haben im Kanzleramt die Ablösung des für Wohnungsbau zuständigen Staatssekretärs ausgehandelt. An seiner Stelle soll der bisherige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz nun die Bereiche Sicherheit und Netzkriminalität verantworten. Das Echo aus den beteiligten Parteien zeigt vor allem eines: die handelnden Personen regieren nicht nur an der Basis vorbei, sondern haben auch die Erwartungen an politische Kommunikation in der Bundesrepublik heute in keiner Weise verstanden.
Weiterlesen →Gegen die Angst im Sozialstaat
In diesen Tagen ist in den Medien wieder vermehrt von einer linken Sammlungsbewegung zu lesen. Teile der politischen Linken scheuen sich vor einer Zusammenarbeit mit den Initiator*innen, da sie einige Aussagen von Sahra Wagenknecht zur Asylpolitik nicht mittragen wollen. Das eigentliche Problem liegt jedoch weiterhin woanders. In Deutschland und Europa geben fremdenfeindliche Tendenzen und sowie der Aufstieg rechter Parteien Anlass zur Sorge. Die Autoren der FES-Studie Angst im Sozialstaat werten dies als Hinweis auf eine soziale Krise. Eine der Hauptursachen für diese soziale Krise sehen die Autoren im neoliberalen Umbau des Sozialstaates, wie er zu Beginn des Jahrtausends in vielen europäischen Staaten vollzogen wurde. In Deutschland diente dazu die Politik der Agenda 2010, durchgesetzt vom rot-grünen Projekt unter Gerhard Schröder (SPD) und Joschka Fischer (Grüne). Diese Politik provoziere "Angstzustände, welche Anpassungsbereitschaften erzeugen, aber zugleich die soziale Integration strapazieren".
Weiterlesen →Wie foodwatch vom Community Organizing lernen könnte
Politisch Interessierten ist der Verein foodwatch ein vertrauter Begriff. Einmal im Jahr verleiht die NGO den Goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge an Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie. Regelmäßig schaffen es die Bilder von den Versuchen der Preisübergabe in die tagesschau, die meisten Leitmedien berichten darüber. In einem Beitrag setzt sich derzeit die Webseite PR Journal mit den Strategien der Verbraucherschützer auseinander.
Weiterlesen →Transformative Organizing
Saul Alinksy schuf 1971 mit seinen Rules for Radicals die Grundlagen für das Community Organizing. Dieses Modell zur Erlangung von Machtperspektiven durch die Unterschichten wird inzwischen selbst von konservativen oder gar ultranationalistischen Kreisen eingesetzt. Noch einen Schritt weiter geht Transformative Organizing. Darunter werden sämtliche Ansätze verstanden, in denen über das Organisieren der Community hinaus auch die Veränderung (Transformation) der Beziehung des Einzelnen zur Gesellschaft fokussiert werden.
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